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Goethe und die Mark Brandenburg

Peter Huchel - Ausstellung

Günter Eich - Ausstellung

"Die Kunstformen der Natur" (Ernst Haeckel)

Musen und Grazien in der Mark. 750 Jahre Literatur in Brandenburg

Die Dritte Front Literatur in Brandenburg 1930-1950

Günter Eich - Ausstellung

Ausstellung zu Leben und Werk des Lyrikers und Hörspieldichters Günter Eich

Der Lyriker und Hörspielautor Günter Eich stammt aus Lebus an der Oder, wo er bis 1918 die für sein Leben und seine Dichtung prägenden Kindheitsjahre verlebt hat. Bereits seit 1929 arbeitete Eich für den Rundfunk und gilt als einer der produktivsten Hörspielautoren in der Pionierzeit des Mediums. Während der dreißiger Jahre agierte er im Umfeld der Lyrikergruppe "Kolonne", wo er mit Autoren wie Eberhard Meckel, Hermann Kasack und Peter Huchel bekannt wurde. In der Nachkriegszeit wirkte der Lyriker mit Gedichten wie "Inventur" und "Latrine" (beide 1948) prägend für eine Schreibweise, die unter dem Schlagwort "Kahlschlagliteratur" bekannt geworden ist. Auch während der fünfziger Jahre war er, beginnend mit der Erstsendung des Hörspiels "Träume" (1951), einer der meistgefragten Hörspielautoren im Westen Deutschlands. Als Gründungsmitglied der Gruppe 47, als ihr erster Preisträger und als eine zentrale Figur des bundesdeutschen Literaturbetriebs hatte Eich (zum Teil ungewollt) großen Anteil an der Politisierung der Literatur, die ihn zu einem Mentor der 68er Bewegung werden ließ.

In jüngster Zeit (1993/94) wurde anhand eines neu aufgefundenen Hörspiels ("Die Rebellion in der Goldstadt", 1940) in einer vielbeachteten Feuilletondebatte die Verstrickung des Autors in den national-sozialistischen Kulturbetrieb thematisiert.

Die geplante Ausstellung, bei der es sich um die erste Exposition zu Günter Eich im Osten des Landes handelt, soll einen Beitrag zur aktuellen Diskussion über den Umgang mit der totalitären Vergangenheit Deutschlands leisten. Im Umfeld der Debatten um Daniel Goldhagens Thesen zum Antisemitismus in Deutschland, die Friedenspreisrede Martin Walsers und um die Rolle der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg beansprucht die Auseinandersetzung um das Verhalten Günter Eichs im Dritten Reich ungebrochene Aktualität. Dabei soll es nicht darum gehen, die Bedeutung des Autors in den 50er und 60er Jahren nachträglich mit Hinweis auf dessen Mitläufertum während der Nazi-Zeit zu denunzieren, sondern vielmehr eine Entwicklung nachzuzeichnen, die in der Konsequenz machtkritischen Engagements mündet. Katalog und Ausstellung werden den aktuellen Quellenstand zum Thema zusammenfassend präsentieren. Mit der Darstellung von Eichs widerspruchsvoller Biographie und seinem literarischen Werk soll zugleich ein Identifikationsangebot für Besucher geschaffen werden, deren Lebensgeschichte oftmals von vergleichbaren politischen Brüchen geprägt ist. Die Beschreibung der gespaltenen Wirkungsgeschichte Eichs in Ost und West vermittelt zugleich einen Einblick in die wechselseitige Beziehung von jüngster Zeit- und Literaturgeschichte.

Bei der Auswahl der Dokumente konnte u.a. auf Bestände des Deutschen Literaturarchivs in Marbach und des Deutschen Rundfunkarchivs zurückgegriffen werden. Begleitend zur Ausstellung wird ein Katalog und eine CD erscheinen. Der Katalog enthält neben Abbildungen der in der Ausstellung präsentierten Bildzeugnisse auch einige bisher unveröffentlichte Texte Eichs sowie sechs Beiträge, die in der Summe einen Überblick über Leben und Werk des Autors vermitteln. Als Beiträger konnten u.a. die Herausgeber der Eich-Werkausgabe im Suhrkamp Verlag, Karl Karst und Axel Vieregg, gewonnen werden. Die CD wird Tonbeispiele aus Hörspielen Eichs sowie Ausschnitte von Lesungen eigener Gedichte enthalten.

Die Ausstellung  wird dauerhaft in Lebus, dem Geburtsort Günter Eichs, zu sehen sein.



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Günter Eich Ausstellung

Ausstellungsort: Lebus

Der Begleitband zur
Ausstellung (mit CD)
erscheint im
Lukas Verlag Berlin.

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