Aktuelle Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Mittwoch
08.
März 2023
19.30 Uhr

Judith Fanto
(c) Merlijn Doomernik

 

Niederländische Autoren im Land Brandenburg 2022/2023
Judith Fanto „Victor. Roman“

Lesung und Gespräch
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
Moderation: Jan Konst

Wilhelmshorst | Peter-Huchel-Haus | Hubertusweg 41

Eintritt: 7 / 5 €

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Wien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich mit seiner unkonventionellen Art zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie.
Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es satt, dass sich ihre Familie auch Jahrzehnte nach der Schoah noch immer für ihr Judentum schämt. Sie will die Mauer des Schweigens endlich durchbrechen. Denn das Schicksal ihrer Familie ist allgegenwärtig – auch das von Viktor.
Basierend auf der wahren Geschichte der Wiener Familie Fanto, erzählt Judith Fanto in diesem preisgekrönten Debüt zutiefst berührend und zugleich humorvoll von einer Frau, die sich auf die Suche begibt: nach ihren verschütteten jüdischen Wurzeln, nach Spuren von Viktor – und nach den Mächten, die aus der Vergangenheit bis heute auf sie einzuwirken scheinen.


Geertje weiß, dass sie Jüdin ist. Aber was bedeutet das eigentlich? In ihrer Familie erhält sie keine Antworten. Und dennoch spürt Geertje, dass es einmal ein ganz anderes Leben für ihre Familie gegeben haben muss – damals, im Wien Gustav Mahlers nach der Jahrhundertwende.
Von den Angehörigen, die schon längst tot sind, deren Anwesenheit Geertje aber trotzdem noch wahrzunehmen meint, scheint Viktor eine besonders schillernde Gestalt zu sein. Er ist von einem Geheimnis umgeben, das nichts mit seinen Frauengeschichten und anderen zweifelhaften Machenschaften zu tun haben kann.
Überschattet von den Ereignissen des 20. Jahrhunderts, lebt Geertjes Familie noch immer so, als wäre der Krieg nie zu Ende gegangen. Geertje weiß, dass dies nicht ihr Weg sein kann. Mit aller Kraft versucht sie, sich von dem Trauma zu befreien, das ihre Familie seit Generationen gefangen hält.

Judith Fanto, geboren 1969, ist Juristin im Bereich Medizinrecht und Mutter von drei Kindern. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit setzt sie sich als Gründerin mehrerer Stiftungen für kulturelle Aktivitäten und Bildungsangebote vor allem für jüdische Mitmenschen sowie für Kinder mit psychiatrischen Problemen ein. Ihr Debütroman ›Viktor‹ erzählt vom Schicksal ihrer Familie und avancierte schon nach wenigen Wochen zum Bestseller.

Jan Konst (*1963) arbeitet an der Freien Universität Berlin und ist Lehrstuhlinhaber Niederländische Philologie: Literaturwissenschaft. Seine akademischen Publikationen widmen sich der frühmodernen Literatur, den niederländisch-deutschen Literaturbeziehungen und der niederländischsprachigen Gegenwartsliteratur.
Zuletzt erschienen (Oktober 2021): Na de revolutie. Kind van de jaren zeventig (Nach der Revolution. Kind der siebziger Jahre) – eine autobiografisch geprägte Kulturgeschichte eines Jahrzehnts des sozialen Wandels und der indivuduellen Entfaltung.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und des Peter-Huchel-Hauses. In Kooperation mit der Konrad-Adenauer -Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande