Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Bitte melden Sie sich über den "reservieren"-Button für die Veranstaltungen an. Beim Einlass ist entweder ein tagesaktuelles, negatives Testergebnis oder eine vollständige Impfung oder Genesung nachzuweisen. Bitte erkundigen Sie sich kurzfristig auf dieser Seite, ob die Veranstaltung stattfinden kann.
Montag
04.
Oktober 2021
20.00 Uhr

Peter Longerich
(c) privat

 

Peter Longerich
Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte. Von der Aufklärung bis heute.

Moderation: Harald Asel

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

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Der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 hat nicht nur gezeigt, wie gefährlich die Lage für Juden in Deutschland geworden ist – die Debatte hat auch offengelegt, dass antijüdische Einstellungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft existieren. Peter Longerich, renommierter Historiker und Mitautor des 2012 veröffentlichten ersten Antisemitismusberichts des Deutschen Bundestags, zeigt, dass wir den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland nicht begreifen können, wenn wir ihn vor allem als Sündenbock-Phänomen verstehen, wie es hierzulande in Schule und Hochschule gelehrt wird. Denn der Blick in die Geschichte offenbart, dass das Verhältnis zum Judentum bis heute vor allem ein Spiegel des deutschen Selbstbildes und der Suche nach nationaler Identität geblieben ist. Ein brisantes Buch, das mitten in die aktuelle Debatte stößt.

Peter Longerich, geboren 1955, lehrte als Professor für moderne Geschichte am Royal Holloway College der Universität London und war Gründer des dortigen Holocaust Research Centre. Von 2013 bis 2018 war er an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Er war einer der beiden Sprecher des ersten unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestags und Mitautor der Konzeption des Münchner NS-Dokumentationszentrums. Seine Bücher über die »Politik der Vernichtung« (1998) und ihre Resonanz in der deutschen Bevölkerung, »Davon haben wir nichts gewusst!« (2006), sind Standardwerke. Seine Biographien über »Heinrich Himmler« (2008), »Joseph Goebbels« (2010) und »Hitler« (2015) fanden weltweit Beachtung. Zuletzt erschienen: »Wannseekonferenz« (2016).

Harald Asel studierte in Freiburg/Breisgau und in Berlin Philosophie, Musikwissenschaft und Germanistik und begann bereits Mitte der 1980er Jahre mit regelmäßiger Arbeit für den Rundfunk. Seit dem Sendestart von Inforadio 1995 ist er als Redakteur und Autor für das Programm tätig, meist in den Sparten Kultur, Geschichte und Gesellschaft.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer- Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Mittwoch
06.
Oktober 2021
19.00 Uhr

Judith Zander
(c) Bogenberger Autorenfotos

 

Fontane-Literaturpreis 2021
Judith Zander - "Johnny Ohneland"

Moderation: Hendrik Röder

Jüterbog | Stadtbibliothek Jüterbog (im Kulturquartier Mönchenkloster) | Mönchenkirchplatz 4

Karten unter:
03372 - 46 31 40
oder: stadtbibliothek@jueterbog.de

Eintritt: 8 / 6 €

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"Ihr Werk ist wie ein Berg, den es immer wieder neu zu besteigen gilt, und gleichzeitig auch wie ein Strom, der einen immer größeren Sog entwickelt und unwiderstehlich mit sich fortreißt. Ich kann mich nicht entziehen – und das ist es, was gute Literatur ausmacht." Nadine Kreuzahler, Jury-Vorsitzende

A Girl named Johnny. Joana Wolkenzin weiß früh, dass sie anders ist. Sie liest stundenlang und lernt Songtexte auswendig; später verliebt sie sich in Jungs und in Mädchen. Im vorpommerschen Niemandsland der Neunziger gibt sie sich einen neuen Namen: Johnny. Aber bringt ein neuer Name auch neues Glück? Als die Mutter über Nacht die Familie verlässt, kreisen Johnny, ihr Bruder Charlie und ihr Vater auf wackligen Bahnen um eine leere Mitte. Schließlich macht Johnny sich auf die Suche nach einem Leben und einer Erzählung, die ihren eigenen Vorstellungen entsprechen, in Deutschland, Finnland und Australien.

Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren und lebt heute in Jüterbog. Für ihre Werke wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis. Ihr letzter Roman »Dinge, die wir heute sagten« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschien bei dtv ihr Gedichtband »manual numerale«.

Donnerstag
07.
Oktober 2021
19.30 Uhr

Heike B. Görtemaker
(c) Blumrich

 

Heike B. Görtemaker
Hitlers Hofstaat: Der innere Kreis im Dritten Reich und danach

Moderation: Hendrik Röder

Zossen | Altes Haus | Kirchplatz 7

Karten unter:
03377 / 3040477

Eintritt: 10 / 8 €

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Anlässlich der Erinnerung an den bedeutendsten Umsturzversuch des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus am 20. Juli 1944 beleuchtet die Historikerin Heike B. Görtemaker den innersten Kreis um Hitler in der Veranstaltung. Welche Funktion erfüllte dieser „Hofstaat“? Wie beeinflusste er das Geschichtsbild nach 1945?
Auf der Grundlage bisher unbekannter Quellen erforschte Heike Görtemaker Hitlers privates Umfeld und zeigt, wie sein Kreis ihn zu dem machte, der er war.
Im anschließenden Gespräch mit der Referentin, moderiert von Dr. John Zimmermann vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam, wird der Blick vom inneren Zirkel Hitlers auf die Umstände und die Bedeutung des 20. Juli 1944 erweitert.

Heike B. Görtemaker ist Historikerin und Publizistin und wurde durch ihr Buch über Eva Braun, das in 18 Sprachen übersetzt wurde, einer breiten Öffentlichkeit bekannt. 2019 erschien ihr Buch „Hitlers Hofstaat. Der innere Kreis im Dritten Reich und danach, München 2019.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg

Freitag
15.
Oktober 2021
20.00 Uhr

Marieke Lucas Rijneveld
(c) Suhrkamp Verlag

 

Marieke Lucas Rijneveld
„Mein kleines Prachttier“

Lesung und Gespräch
Moderation: Carsten Wist

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: info@wist-derliteraturladen.de

Eintritt: 10 €

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Dies ist die Geschichte eines Tierarztes und seiner ›Auserwählten‹ – der jungen Tochter eines Bauern, auf dessen Hof der Arzt von jeher die Kühe behandelt. Eines Sommers finden die beiden zueinander. Er will vor einem Trauma und seiner Einsamkeit fliehen, für sie ist es die Flucht aus der Provinz in eine aufregende Fantasiewelt. Bei ihm kann sie sein, wer und was sie will. Der Sommer schreitet voran, und die beiden entwickeln eine immer gefährlichere Faszination füreinander.

Marieke Lucas Rijneveld, 1991 in Nordbrabant geboren, gilt als die wichtigste junge niederländische Stimme. 2015 veröffentlichte Rijneveld den preisgekrönten Lyrikband Kalfsvlies. 2019 erschien der zweite Lyrikband. Für den Debütroman Was man sät erhielt Rijneveld 2020 den International Booker Prize. Rijneveld lebt in Utrecht und arbeitet nebenher auf einem Bauernhof. Aufgrund ihrer weißen Hautfarbe durfte sie Amanda Gormans The Hill We Climb nicht ins Niederländische übersetzen.

Donnerstag
21.
Oktober 2021
20.00 Uhr

Marie NDiayec
(c)Suhrkamp Verlag

 

Marie NDiaye
„Die Rache ist mein“

Lesung und Gespräch
Moderation: Carsten Wist

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103
oder: info@wist-derliteraturladen.de

Eintritt: 10 €

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Maître Susane, 42, Anwältin in Bordeaux, erhält in ihrer Kanzlei Besuch von einem gewissen Gilles Principaux. Sie glaubt diesen Mann aus ihrer Jugend zu kennen: Da war eine Begegnung mit einem älteren, beeindruckenden Jungen aus reichem Elternhaus, die ihrem Leben eine ganz neue Richtung gab. Doch an das, was damals konkret geschah, erinnert sie sich kaum. Andeutungen ihres Vaters, der Junge könne ihr zu nahe gekommen sein, weist sie empört zurück. Principaux bittet sie, die Verteidigung seiner Frau zu übernehmen, die ein entsetzliches Verbrechen begangen hat: Marlyne Principaux hat ihre drei Kinder getötet. Maître Susane übernimmt den Fall - und stürzt ins Bodenlose. Was ist los mit dieser Mutter? Welche Rolle spielen in alldem Maître Susanes maurizische Hausangestellte und deren Kinder? Wer ist dieser Gilles Principaux wirklich? Und ist sie selbst überhaupt diejenige, die sie zu sein glaubt?

Marie NDiaye, 1967 in Pithiviers bei Orléans geboren, veröffentlichte mit 17 Jahren ihren ersten Roman; weitere Romane und Theaterstücke folgten. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, u. a. den Prix Goncourt für Drei starke Frauen. NDiaye lebt in Paris.

Dienstag
26.
Oktober 2021
18.00 Uhr

Grit Poppe, Niklas Poppe
(c) Marie Poppe

 

Grit Poppe | Niklas Poppe
Die Weggesperrten
Umerziehung in der DDR – Schicksale von Kindern und Jugendlichen

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße | Lindenstraße 54

Karten unter:
0331 – 289 61 12
oder: info@gedenkstaette-lindenstrasse.de

Eintritt: frei

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„Eines Tages wurde ich aus der Klasse geholt, von fremden Menschen aus der Schule geführt und in ein Auto gesteckt. Ausgestiegen bin ich vor dem berüchtigten Haus 1 in Bräunsdorf.
Es war ein heißer Tag, als ich ankam, und irgendwie bin ich dort unter der Sonne erfroren.“

Unerzogen, aufsässig, unverbesserlich – wer sich in der DDR nicht zur staatskonformen Persönlichkeit formen lassen wollte, erhielt solche Attribute und wurde oft in Umerziehungsheimen, Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen weggesperrt. Denn Angepasstheit und das Funktionieren im Kollektiv galten der SED als unverzichtbar für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft. In das Leben renitenter Kinder und Jugendlicher wurde massiv eingegriffen, ihre Menschenrechte trat man mit Füßen.
Viele von ihnen sind bis heute traumatisiert von den psychischen und physischen Misshandlungen.
Grit und Niklas Poppe erklären anhand berührender Schicksale dieses wenig beachtete brachiale Umerziehungssystem und betrachten auch den Umgang mit „Schwererziehbaren" zur NS-Zeit, das Schicksal der „Verdingkinder“ in der Schweiz sowie fragwürdige Methoden in der Bundesrepublik und in Heimen der Gegenwart.
Grit Poppe, geboren 1964 in Boltenhagen, studierte am Literaturinstitut in Leipzig, arbeitet als freiberufliche Autorin und lebt in Potsdam. Sie schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Bücher. Ihr Jugendroman Weggesperrt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für
Kinder- und Jugendbücher.
Niklas Poppe, geboren 1991 in Potsdam, ist Lehrbeauftragter an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale), studierte dort Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichtswissenschaft und arbeitet u.a. als freier Mitarbeiter in verschiedenen Gedenkstätten. Er lebt in Halle.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße.

Mittwoch
27.
Oktober 2021
20.00 Uhr

Judith Hermann
(c) Michael Witte

 

Judith Hermann „Daheim“

Lesung & Gespräch
Moderation: Carsten Wist

Potsdam | Waschhaus Potsdam | Schiffbauergasse 6

Karten unter:
www.waschhaus.de
oder: 0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 € (zzgl. Gebühren)

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Judith Hermann erzählt in ihrem neuen Roman »Daheim« von einem Aufbruch: Eine alte Welt geht verloren und eine neue entsteht. Sie hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen, ist ans Meer gezogen, in ein Haus für sich. Ihrem Exmann schreibt sie kleine Briefe, in denen sie erzählt, wie es ihr geht, in diesem neuen Leben im Norden. Sie schließt vorsichtige Freundschaften, versucht eine Affaire, fragt sich, ob sie heimisch werden könnte oder ob sie weiterziehen soll. Judith Hermann erzählt von einer Frau, die vieles hinter sich lässt, Widerstandskraft entwickelt und in der intensiven Landschaft an der Küste eine andere wird. Sie erzählt von der Erinnerung. Und von der Geschichte des Augenblicks, in dem das Leben sich teilt, eine alte Welt verlorengeht und eine neue entsteht.

Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren, wo sie heute lebt und schreibt. 1998 erschien ihr erstes Buch »Sommerhaus, später«, das zu einem Bestseller wurde. »Judith Hermann erzeugt einen Sound, nach dem man süchtig werden kann.« (Franziska Wolffheim, Brigitte). 2003 erschien der Erzählungsband »Nichts als Gespenster«, der 2007 für das deutsche Kino verfilmt wurde. 2009 folgte »Alice«, das auch international große Aufmerksamkeit fand. Im Herbst 2014 veröffentlichte die Autorin ihren ersten Roman, >Aller Liebe Anfang<. Ihr Werk wurde mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet. Im Frühjahr 2015 erschienen die Erzählungen ›Lettipark‹. »Die Prosa von Judith Hermann gehört zum Wichtigsten, was die deutsche Literatur unserer Jahre zu bieten hat.« (Marcel Reich-Ranicki).

In Kooperation mit dem Waschhaus, der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsforum Brandenburg und dem Literaturladen Wist.

Donnerstag
04.
November 2021
19.00 Uhr

Robin Alexander
(c) Gudrun Senger

 

Robin Alexander
Machtverfall. Merkel und der Kampf um die Nachfolge: Ein Report aus dem Innern der Politik.

Moderation: Hendrik Röder

Rathenow | „Havelrestaurant Schwedendamm“ | Schwedendamm 7

Karten unter:
03385-510232
oder: info@buchhandlung-tieke.de

Eintritt: 8 €

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Angela Merkel war als Krisenkanzlerin so beliebt wie lange nicht mehr, doch hinter den Kulissen der Pressekonferenzen, Briefings und Fernsehansprachen rang die CDU um ihr Überleben. Spätestens seit den anschwellenden Protesten gegen die Corona-Maßnahmen und der immer kritischer verlaufenden zweiten Welle der Pandemie wird klar, dass auch die Kanzlerin, die in Notlagen immer wieder zu Hochform aufgelaufen ist, gravierende Fehler gemacht hat. Die Corona-Krise, so Robin Alexander, ist deshalb auch nur ein weiteres, spektakuläres Kapitel in einer noch größeren Geschichte: dem Drama vom Ende der Ära Merkel. In seinem neuen Buch enthüllt der Bestsellerautor den Machtkampf, der Deutschlands wichtigste Regierungspartei zerreißt. Sein glänzend recherchiertes Buch ist ein Report aus dem Innern der Macht, die packende Geschichte einer Kanzlerin in Agonie und das überraschende Porträt jener Männer, die um ihr Erbe kämpfen. Auch nach der Wahl und dem Wechsel der handelnden Protagonisten schuf Alexander ein gültiges Sittenbild der deutschen Politik.

Robin Alexander, geboren 1975, hat sich als politischer Reporter und Kolumnist im politischen Berlin einen Namen gemacht. Er war Redakteur bei der „taz“ und Reporter bei „Vanity Fair“, bevor er 2008 zur „Welt“-Gruppe wechselte. 2013 wurde er mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. Seit 2019 ist er stellvertretender Chefredakteur Politik der „Welt“. Sein Buch „Die Getriebenen. Merkel und die Flüchtlingspolitik“ (Siedler 2017) stand wochenlang an der Spitze der Bestsellerliste und bildet die Grundlage für das gleichnamige ARD-Dokudrama, das 2020 ein Millionenpublikum erreichte. Robin Alexander lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin.

In Kooperation mit der Buchhandlung & Schreibwaren Tieke GmbH und der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Sonntag
07.
November 2021
11.00 Uhr

Helga Schütz
(c) Gaby Waldek

 

Matinee
Buchpremiere
Helga Schütz „Heimliche Reisen“

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Wir sind in unserem Schicksal zu Hause« - ein klarer Satz, den die Erzählerin träumt und sogleich bezweifelt. Denn wie man in verschiedene Heimstätten zieht, so verändern sich die Gewissheiten, wie es denn war, das eigene Schicksal. Helga Schütz spürt verwundert dem Echo der Erinnerungen nach: an die schlesische Kindheit, die kargen Dresdner Jahre, die marode Villa am Glienicker See im Schatten der Mauer, die Nachtwachen am Bett des todkranken Kindes, ein Berliner Hochhaus mit wachsamen Nachbarn und immer wieder an Erkundungen in der Ferne. Hat sie sich nicht sehenden Auges in Schwierigkeiten manövriert, nicht stets komplizierte, unpraktische Männer geliebt, Katastrophen verkannt? Die Vergangenheiten schicken ihre Geister in diese bestrickende, weise, gewitzte Lebenserzählung, und nur eines ist gewiss: »Das größte Geheimnis kommt zum Schluss.«

Helga Schütz wurde 1937 in Falkenhain/Schlesien geboren. 1944 Umsiedlung nach Dresden. Nach einer Gärtnerlehre Arbeit als Landschaftsgärtnerin. ABF. Nach dem Studium an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg wurde sie freie Autorin und schrieb Drehbücher und Szenarien zu Spiel- und Dokumentarfilmen, später auch Romane und Erzählungen. Em. Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen. Sie lebt in Potsdam. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Zuletzt erschienen: Grenze zum gestrigen Tag (Roman, 2000); Dahlien im Sand. Mein märkischer Garten (2002); Knietief im Paradies (Roman, 2005); Sepia (Roman, 2012); Die Kirschendiebin (Erzählung, 2017); Von Gartenzimmern und Zaubergärten (2020).

Mit freundlicher Unterstützung durch den Aufbau Verlag

Samstag
13.
November 2021
19.30 Uhr

Lutz Seiler
(c) Jürgen Bauer

 

Potsdamer Wohnzimmerkultur
Lutz Seiler: Roman und Gedichte/ „Stern 111“ und "schrift für blinde riesen".

Potsdam | Ort geheim (wird kurz vor der Veranstaltung bekannt gegeben)

Karten unter:
wohnzimmerkulturpotsdam@gmail.com
oder: 0151/252 704 78

Eintritt: Spenden erwünscht

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Seilers Roman „Stern 111“ ist ein Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2020: Nach dem prämierten Bestseller Kruso führt Lutz Seiler die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort – in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden. Mit seinem neuen Gedichtband kehrt der Autor nach zwei Romanen zurück in den Heimathafen der Gedichte. Zurück in die Stimmen der Kindheit, ins Waldstadion, den »Knochenpark« und zur Frage, wo unser »eignes schmales erdreich ankern kann«. Er entdeckt den »Ahnenapparat« seines vom Uranbergbau geschleiften Heimatdorfes, um dort »seinen Toten« zu lauschen. Er durchstreift die Klangwelt des märkischen Kieferngewölbes und ist unterwegs: ob in den Legenden von Trouville oder in Stockholm, seiner zweiten Heimat, immer auf der Suche nach einer »schrift für blinde riesen« und ihrem Blick dorthin, »wo die welt vermutet werden könnte.« Mit seiner suggestiven Stimme und einer gehärteten Sprache jenseits aller Moden eröffnet Lutz Seiler einen ureigenen poetischen Raum. Vor allem ist es die Materialität der Dinge, das Sprechen nah an den Substanzen – verwandelt in Rhythmus und Klang bilden sie den Erzählton seiner neuen Gedichte.

Lutz Seiler, geboren 1963 in Gera, lebt in Wilhelmshorst und Stockholm. Für sein lyrisches, erzählerisches und essayistisches Werk erhielt er zahlreiche renommierte Preise, u.a. den Deutschen Buchpreis 2014 für seinen Roman Kruso.

In Kooperation mit Wohnzimmerkultur Potsdam.

Freitag
19.
November 2021
19.30 Uhr

Dagmar Manzel
(c) Philip Glaser

 

Textlandschaften Zossen-Wünsdorf 2021
Dagmer Manzel „Menschenskind“

Eine Autobiographie in Gesprächen mit Knut Elstermann
Moderation: Knut Elstermann

Wünsdorf | Stadtbibliothek Wünsdorf | Am Bürgerhaus 1

Karten unter:
033702 / 60815

Eintritt: 12 / 10 €

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Sie trägt die mit Pailletten besetzte Robe ebenso elegant wie die Lederkluft. Wie kaum eine andere Schauspielerin schafft sie es, sich jede Rolle chamäleongleich anzueignen, ist mal rotzfreche Göre, mal Dame von Welt. Ihre Fans kennen sie von zahlreichen Theater- und Operettenrollen. Einem Millionenpublikum ist sie überdies als Tatort-Kommissarin bekannt. Nun erscheint die erste Autobiographie der großen Schauspielerin und Sängerin, die sie gemeinsam mit dem Radiomoderator und Kinoexperten Knut Elstermann verfasst hat. Außerdem kommen zahlreiche Kollegen und Weggefährten, wie Matthias Habich, Barrie Kosky und Johanna Schall, zu Wort.
Knut Elstermann
Knut Elstermann, geboren 1960 in Ostberlin, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur bei verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er freier Moderator und Filmjournalist, vor allem für den MDR und den RBB (radioeins). Er ist Autor mehrerer Bücher . Zuletzt erschienen Dagmar Manzel: Menschenskind. Eine Autobiographie in Gesprächen mit Knut Elsterman und Der Canaletto vom Prenzlauer Berg. Der Maler Konrad Knebel.“

Montag
22.
November 2021
20.00 Uhr

Harald Jähner
(c) Barbara Dietl

 

Harald Jähner
„Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955“

Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019
Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit zeigt die Deutschen in ihrer ganzen Vielfalt: etwa den „Umerzieher“ Alfred Döblin, der das Vertrauen seiner Landsleute zu gewinnen suchte, oder Beate Uhse, die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte; aber auch die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger. Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als wir oft glauben.

Harald Jähner, Jahrgang 1953, war bis 2015 Feuilletonchef der «Berliner Zeitung», der er seit 1997 angehörte. Zuvor war er freier Mitarbeiter im Literaturressort der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Seit 2011 ist er Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.