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Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Sonntag
26.
Mai 2019
11.00 Uhr

Susanne Hantke
(c) privat

Susanne Hantke
"Nackt unter Wölfen".
Mythos und Wirklichkeit eines Erfolgsromans

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Der Roman "Nackt unter Wölfen", 1958 in der DDR erschienen, wurde innerhalb kurzer Zeit ein Welterfolg. Sein Autor, der Kommunist Bruno Apitz (1900-1979), war selbst Häftling in Buchenwald gewesen und hatte fast acht Jahre Lager überlebt. Nachdem die Buchenwalder Kommunisten in der frühen DDR ins politische Abseits geraten waren, wollte Apitz den Überlebenskampf der Kommunisten im KZ schildern und die politisch-moralischen Konflikte des Widerstands zum Thema machen. Die Idee zum Roman entstand bald nach der Befreiung, doch erst ab 1954 wagte sich Apitz an den Stoff. Drei Jahre lang arbeitete er intensiv an dem Manuskript: Figuren und Szenen fielen der Selbstzensur und konkurrierenden politischen Lesarten zum Opfer.
Auf der Basis des von ihr vollständig erschlossenen Romanmanuskripts zeichnet Susanne Hantke den Schreib- und Entstehungsprozess des antifaschistischen Bestsellers nach und erhellt darin vielfach unbekannte biografische und politische Hintergründe. Susanne Hantkes Arbeit ist ein elementarer Beitrag zur Entmythologisierung des Buchenwaldgedächtnisses.

Susanne Hantke, Historikerin und Germanistin, lebt in Potsdam. Sie hat gemeinsam mit Angela Drescher die textkritisch erweiterte Neuausgabe von "Nackt unter Wölfen" (2012) herausgegeben und das Nachwort zum Buch verfasst. Für die filmische Neuinterpretation des Romans (2015) hat sie die Dreharbeiten als Beraterin begleitet. 2018 ist ihr Buch "Schreiben und Tilgen. Bruno Apitz und die Entstehung des Buchenwald-Romans ,Nackt unter Wölfen'" im Wallstein Verlag erschienen.