Veranstaltungen

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Samstag
23.
März 2019
11.00 Uhr

Des Müllers Dörte und der Kornschreiber
Neuruppiner Bilderbogen, 1850

Unausstehlich und reizend zugleich: Die Brandenburger

Eine Ausstellung des Brandenburgischen Literaturbüros und des Kurt Tucholsky Literaturmuseums in Kooperation mit dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder).
Ausstellungseröffnung
Grußwort Dr. Martina Münch (Kulturministerin)
Martin Ahrends liest aus "Märkische Stimmungen. Eine Auto-Plauderei"
Musik AnniKa von Trier

Rheinsberg | Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum | Schloß Rheinsberg 2


Was Fontane über den märkischen Adel geschrieben hat – die "Kerle" seien "unausstehlich und reizend zugleich"–, gilt nicht weniger für das Bild, das er von der Mark Brandenburg und ihren Bewohner im Ganzen zeichnete.

Eine Ausstellung im Schloss Rheinsberg folgt den Spuren brandenburgischer Mentalität in Literatur und bildender Kunst vergangener Jahrhunderte bis zur Gegenwart.

23. März bis 18. August 2019, Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum im Schloss Rheinsberg

Ausstellung und Begleitband sind ein Projekt im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren–Kulturland Brandenburg 2019. Kulturland Brandenburg 2019 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, der Stiftung der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin und der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Dienstag
26.
März 2019
20.00 Uhr

Dirk Brauns
(c) Jan Konitzki

Dirk Brauns „Die Unscheinbaren"

Lesung und Gespräch
Moderation: Katarzyna Zorn

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Es ist der Schockmoment seines Lebens: An einem kalten Wintertag im Jahre 1965 muss der achtzehnjährige Martin Schmidt in Gegenwart seiner Großmutter miterleben, wie die Stasi seine Eltern verhaftet: Seit vielen Jahren hatten diese – vor allem auf Betreiben seiner Mutter – für den BND spioniert. Das Leben im sozialistischen Deutschland wird für Martin daraufhin zum Spießrutenlauf: Von seinen Mitschülern wird er geschnitten und verprügelt, beim Einkauf verhöhnt. Die Großmutter verkraftet die Schande nicht und stirbt bald darauf. Als seine Mutter Jahre später freikommt, folgt er ihr in den Westen – zurücklassen muss er dafür Angelika, die große Liebe seines Lebens …Jahrzehnte später holen ihn diese traumatischen Ereignisse wieder ein: Er ist inzwischen gestandener Tierarzt in Bayern, frisch verwitwet. Historiker bitten ihn, seine Geschichte zu erzählen – er stimmt zu, auch um damit einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Als er dies bei einem Besuch im Altenheim seiner Mutter eröffnet, erzählt sie im Gegenzug, dass Angelika bei ihr angerufen und sich nach ihm erkundigt habe – allerdings schon vor Jahren; als seine Frau noch lebte, wollte sie es ihm nicht mitteilen. Für Martin beginnt eine Reise zurück zu den Wurzeln. Er kontaktiert Angelika, stößt in Akten auf Widersprüche und Ungereimtheiten, taucht ein in die Welt der Geheimdienste und toten Briefkästen. Und er findet dabei nicht nur zur Geliebten seiner Jugendjahre zurück – er stößt auch auf schockierende Informationen darüber, wer damals die Eltern verraten hatte und wer davon alles profitierte.

Dirk Brauns, geboren 1968 in Ost-Berlin, wohnt und arbeitet in der Nähe von München. Er lebte lange Jahre als Zeitungskorrespondent in Minsk, Peking und Warschau.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg und den Literaturladen Wist.

Sonntag
07.
April 2019
11.00 Uhr

Dagmar von Gersdorff
(c) Rüdiger von Treskow
Insel Verlag

Matinee in der Villa Quandt:
Dagmar von Gersdorff „Julia Mann, die Mutter von Heinrich und Thomas Mann – Eine Biographie“

Lesung und Gespräch. Moderation: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

RESERVIEREN

Ihr Leben hatte begonnen wie ein Roman. Sie war nicht im Haus ihrer Eltern, überhaupt in keinem Haus, sondern im brasilianischen Urwald geboren worden. Julia da Silva-Bruhns (1851-1923) wuchs auf einer Zuckerrohrplantage bei Rio de Janeiro auf. Mit achtzehn heiratete sie den Konsul Johann Thomas Heinrich Mann in Lübeck. In der Hansestadt war sie eine aparte Schönheit mit exotischem Flair. Sie spielte ausgezeichnet Klavier, sang sehr gut, malte, schrieb Gedichte und Erzählungen – sie war es, die ein poetisches, musisch-exotisches Element in die nüchterne Lübecker Kaufmannsfamilie einbrachte. Laut Thomas Mann stammen „Künstlertum und Bohème“ von ihr; immer wieder hat er in seinem Werk den Gegensatz von nord- und südländischer Kultur, von Bürgerexistenz und Künstlertum zum Thema gemacht. Als Mutter von fünf Kindern musste Julia Mann dramatische familiäre Verwerfungen erleiden: das schwierige Verhältnis der Geschwister untereinander, den Selbstmord der jüngeren Tochter; aber sie war stolz auf ihren Anteil am schriftstellerischen Erfolg der Söhne und auf ihren eigenen großen künstlerischen Freundeskreis.
Dagmar von Gersdorff, die Erfolgsautorin von „Goethes Mutter“, legt mit diesem Buch die erste Biographie über Julia Mann vor. Dagmar von Gersdorff, geb. von Forell, stammt aus Trier/Mosel. Sie lebt heute als Literaturwissenschaftlerin und Biographin in Berlin. Sie studierte Germanis-tik und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Ihre Promotion schrieb sie über den Einfluss der deutschen Romantik auf Thomas Mann. Bekannt wurde sie durch ihre Biographien über bedeutende literarische und historische Persönlichkeiten: Marie Luise Kaschnitz, Bettina und Achim von Arnim, Goethes Mutter, Caroline von Günderrode, Goethes Enkel, Prinz Wilhelm von Preußen und Elisa Radziwill, Caroline von Humboldt.

Donnerstag
11.
April 2019

Begleitveranstaltung zur Ausstellung "unausstehlich und reizend zugleich"

Hans Dieter Zimmermann "Theodor Fontane: Der Romancier Preußens"
Lesung und Gespräch
Moderation: Peter Walther

Rheinsberg | Kurt Tucholsky Literaturmuseum | Mühlenstraße 1

Eintritt: 5 / 3 €

"Von unseren großen Schriftstellern ist Fontane der unterhaltsamste und von unseren unterhaltsamsten der intelligenteste."
Marcel Reich-Ranicki

Zurückblickend komme er sich vor wie der Reiter über den Bodensee, hat der größte deutsche Romancier des 19. Jahrhunderts 1891 an seine Frau geschrieben, "denn ein Apotheker, der anstatt von einer Apotheke von der Dichtkunst leben will, ist so ziemlich das Tollste, was es gibt". Es war bis in sein sechstes Jahrzehnt hinein ein Leben am Abgrund - bis dann 1878 der erste Roman erschien: "Vor dem Sturm". Endlich konnte der Autor der "Wanderungen" von nun im Jahresrhythmus erscheinenden Romanen als freier Schriftsteller leben. Er war auf dem besten Weg, ein verkrachter Apotheker zu werden - wie sein Vater. Immerhin feierte der junge Mann als Balladendichter erste Erfolge. Auch in der Politik hat der preußische Hugenotte sein Glück versucht: im März 1848 auf den Barrikaden, 14 Jahre später dann für König und Vaterland auf der Liste der Konservativen. Diese Spur hat der vom Bewunderer zum erbitterten Gegner Bismarcks reifende Autor später zu verwischen versucht.
Hans Dieter Zimmermann zeichnet das an harter Realitätserfahrung reiche Leben Fontanes nach, das ihn mit allen Schichten der preußischen Gesellschaft in Berührung brachte. Er widmet nicht nur den Romanen und Balladen seine Aufmerksamkeit, sondern ebenso den Reiseberichten, Kriegstagebüchern, Theaterkritiken, Gelegenheitsgedichten - und nicht zuletzt den Briefen des größten Realisten der deutschen Literatur, dessen Menschenfreundlichkeit ihresgleichen sucht.

Hans Dieter Zimmermann ist Professor em. für Literaturwissenschaft an der TU Berlin. Er hat u. a. Bücher zu Kleist und Kafka vorgelegt und die "Tschechische Bibliothek" in deutscher Sprache herausgegeben.

Donnerstag
09.
Mai 2019
20.00 Uhr

Burghart Klaußner
(c) Gene Glover

„Vor dem Anfang“
Das Romandebüt des Schauspielers Burghart Klaußner.

Lesung und Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

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April 1945. Es sind die letzten Stunden, bevor die Hölle losbricht in Berlin und der Häuserkampf beginnt. Die letzten Tage, bevor alles vorbei ist. Der Krieg. Das Gebrüll und Geschrei, die Befehle und die Angst. Aber vorher müssen Fritz und Schultz noch einen Auftrag erfüllen. Und der führt sie mitten hinein ins Zentrum der Gefahr. Burghart Klaußner erzählt in seinem Romandebüt von zwei Männern, die es geschafft haben, den Krieg zu überleben, indem sie den Kopf unten hielten. Und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte – einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder. »Vor dem Anfang« ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb. Und Fritz hat einen Plan: sich durchschlagen bis zum Wannsee, wo sein Segelschiff liegt aus besseren Tagen, auf dem er sich verstecken will, bis der Sturm vorüber ist. Burghart Klaußner ist ein kraftvoller Roman gelungen über das Ende einer Welt und die Hoffnung auf einen neuen Anfang. Voller Düsterkeit, aber auch Wärme und feinem Humor.

Burghart Klaußner, geboren in Berlin, absolvierte die Max-Reinhardt-Schauspielschule, hörte an der FU Berlin Germanistik und Theaterwissenschaften und spielte nach Anfängen bei Tabori, an der Schaubühne und dem Schillertheater an nahezu allen bedeutenden deutschsprachigen Bühnen.

Donnerstag
09.
Mai 2019
19.30 Uhr

Timur Vermes
(c) Christopher Civitillo

Timur Vermes
„Die Hungrigen und die Satten“

Lausitzer Lesart
Lesung Gespräch
Moderation: Kathrin Verzino

Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
0355/3806024

Eintritt: 12 / 10 €

RESERVIEREN

Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes wurde 1967 in Nürnberg als Sohn einer Deutschen und eines Ungarn geboren. Er studierte in Erlangen Geschichte und Politik und arbeitete anschließend als Journalist und Ghostwriter. Er schrieb bis 2001 für die Abendzeitung und den Kölner Express und später für mehrere Magazine. Sein 2012 erschienener Roman Er ist wieder da ist eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der letzten Jahrzehnte.

Timur Vermes‘ neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. „Die Hungrigen und die Satten“
fängt dort an, wo der Spaß aufhört.
Eine Veranstaltung des Lernzentrums Cottbus, des Brandenburgischen Literaturbüros und der Lausitzer Rundschau.

Dienstag
14.
Mai 2019
19.30 Uhr

Klaus-Ruediger Mai
(c) Christoph Busse

Textlandschaften Zossen/Wünsdorf
Klaus-Rüdiger Mai
"Leonardos Geheimnis. Die Biographie eines Universalgenies"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Zossen | Schulmuseum | Kirchplatz 7

Karten unter:
03377-3040477

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Leonardo da Vinci gilt als das Urbild des Universalgenies der Renaissance, als der große Magier, der erste Naturwissenschaftler, der geniale Künstler. Er war eine Ausnahmeerscheinung in einer Zeit voller Ausnahmeerscheinungen. Und Leonardos Leben bleibt wie das Lächeln der Mona Lisa geheimnisvoll. Es entzieht sich, wenn man sich ihm nähern will. Also muss man neue Wege wählen, um ihm nachzuspüren. Der Renaissance-Experte Klaus-Rüdiger Mai folgt dem Universalgenie auf bisher unbekannten Wegen. Er entdeckt einen Menschen, der wie wenige andere für seine Zeit steht und doch seiner Zeit weit voraus war.
Im Florenz der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufgewachsen, beeinflusst Leonardo da Vinci der ungeheure geistige, philosophische, künstlerische und technische Aufschwung, den die Stadt erlebt. Obwohl mit den Mitgliedern der Platonischen Akademie verbandelt, schlägt Leonardo einen anderen, neuen Weg des Denkens und Forschens ein. Er will der Natur ihre Geheimnisse entlocken. Er überwindet den Neuplatonismus der Renaissance und wird, wenn man so will, zum ersten modernen Naturforscher Europas.

Klaus-Rüdiger Mai, Dr. phil., Jahrgang 1963, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er verfasst historische Romane, Sachbücher und Biographien. Nach Martin Luther, Albrecht Dürer, Johannes Gutenberg und der Musikerdynastie der Bachs wendet sich der inzwischen weithin bekannte Kenner der europäischen Geschichte nun Leonardo da Vinci zu.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Mittwoch
15.
Mai 2019
19.00 Uhr

LIT:potsdam zu Gast in der Villa Quandt
Starke Worte. Schöne Orte.
Karen Duve und Alexa Hennig von Lange
Leitthema: „Ordnung und Unordnung“

Lesung und Gespräch.
Moderation: Astrid Frohloff

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
Erhältlich über den Ticketshop von LIT:potsdam: www.litpotsdam.de

Eintritt: 15 / 12 €

Alexa Hennig von Lange
(c) Heike_Huslage-Koch

Burg gegen Bungalow, Adel gegen Bürgertum, adlige Wertvorstellungen gegen bürgerliche Träume, ständischer Zeitvertreib gegen bourgeoise Langeweile, Biedermeier gegen Nach-68er: So gegensätzlich sind Karen Duves und Alexa Hennig von Langes Romane angelegt. Doch zeigen beide auf witzig-böse Weise: die Kampfzone ist immer die Familie, die Frau zieht immer den Kürzeren, das Private spiegelt die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse.
In Karen Duves „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ vereiteln sie sowohl den beruflichen Erfolg als auch das private Liebesglück einer begabten jungen Frau, der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. In „Kampfsterne“ von Alexa Hennig von Lange verrät eine Protagonistin ihre Freundin und die ihre Tochter… Das Glück und die erfüllte Liebe lernen alle nicht kennen.

Donnerstag
23.
Mai 2019
19.00 Uhr

Rainald Grebe
(c) Gesa Simons

Lausitzer Lesart
"Die Ehebriefe von Theodor und Emilie Fontane"

Gelesen von Rainald Grebe & Tilla Kratochwil

Lübbenau | Schloß Lübbenau | Schloßbezirk 6

Karten unter:
03452-8730

Eintritt: 12 / 10 €

RESERVIEREN

Eine außergewöhnliche Künstlerehe bringt außergewöhnliche Briefe hervor. Die Zeilen, die Theodor Fontane und seine Frau Emilie wechselten, gewähren intime Einblicke in die Höhen und Tiefen einer Dichterexistenz und zeichnen das lebendige Bild einer starken Frau, die aus dem Schatten ihres Mannes tritt.
Rainald Grebe und die Schauspielerin Kratochwil haben überraschende, schmerzliche wie schöne Briefe des Ehepaars zusammengestellt, ihre Auswahl umspannt ein halbes Jahrhundert. Lange Phasen der Trennung, bedingt durch dienstliche und schriftstellerische Verpflichtungen, aber auch durch die schwierige wirtschaftliche Lage der Familie, werden durch Briefe überbrückt. Wie das Gespräch in Zeiten der Nähe, so gehört der ununterbrochene, zuweilen überbordende briefliche Austausch zum Wesen dieser Künstlerehe. Ein wunderbarer Lesestoff und eine anschauliche Kultur- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Tilla Kratochwil
(c) Christine Fenzl

Rainald Grebe, 1971 in Köln geboren, studierte 1993-1997 Puppenspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Er arbeitet als Autor, Kabarettist, Liedermacher und Dramaturg. Grebe wurde u. a. mit dem Prix Pantheon 2003, dem Deutschen Kleinkunstpreis 2006 und 2011 und dem Deutschen Kabarettpreis 2012 ausgezeichnet.

Tilla Kratochwil, 1974 in Zittau geboren, studierte 1995-1999 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 2002 ist sie freischaffend tätig u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Frankfurt u.a.

Sonntag
26.
Mai 2019
11.00 Uhr

Susanne Hantke
(c) privat

Susanne Hantke
"Nackt unter Wölfen".
Mythos und Wirklichkeit eines Erfolgsromans

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

RESERVIEREN

Der Roman "Nackt unter Wölfen", 1958 in der DDR erschienen, wurde innerhalb kurzer Zeit ein Welterfolg. Sein Autor, der Kommunist Bruno Apitz (1900-1979), war selbst Häftling in Buchenwald gewesen und hatte fast acht Jahre Lager überlebt. Nachdem die Buchenwalder Kommunisten in der frühen DDR ins politische Abseits geraten waren, wollte Apitz den Überlebenskampf der Kommunisten im KZ schildern und die politisch-moralischen Konflikte des Widerstands zum Thema machen. Die Idee zum Roman entstand bald nach der Befreiung, doch erst ab 1954 wagte sich Apitz an den Stoff. Drei Jahre lang arbeitete er intensiv an dem Manuskript: Figuren und Szenen fielen der Selbstzensur und konkurrierenden politischen Lesarten zum Opfer.
Auf der Basis des von ihr vollständig erschlossenen Romanmanuskripts zeichnet Susanne Hantke den Schreib- und Entstehungsprozess des antifaschistischen Bestsellers nach und erhellt darin vielfach unbekannte biografische und politische Hintergründe. Susanne Hantkes Arbeit ist ein elementarer Beitrag zur Entmythologisierung des Buchenwaldgedächtnisses.

Susanne Hantke, Historikerin und Germanistin, lebt in Potsdam. Sie hat gemeinsam mit Angela Drescher die textkritisch erweiterte Neuausgabe von "Nackt unter Wölfen" (2012) herausgegeben und das Nachwort zum Buch verfasst. Für die filmische Neuinterpretation des Romans (2015) hat sie die Dreharbeiten als Beraterin begleitet. 2018 ist ihr Buch "Schreiben und Tilgen. Bruno Apitz und die Entstehung des Buchenwald-Romans ,Nackt unter Wölfen'" im Wallstein Verlag erschienen.

Montag
27.
Mai 2019
19.00 Uhr

Norman Ohler
(c) Urban Zintel

Norman Ohler „Die Gleichung des Lebens.“

Friedrich der Große, der Mathematiker Leonhard Euler und die Trockenlegung des Oderbruchs.
Moderation: Hendrik Röder

Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek | Berliner Straße 13/14

Karten unter:
Telefon: 0355/3806024

Eintritt: 10 / 8 €

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Sommer 1747. Friedrich II. will das unwegsame, von aufsässigen wendischen Fischern bewohnte Oderbruch in Ackerland verwandeln. Das Mathematikgenie Leonhard Euler soll die nötigen Berechnungen durchführen. Doch als ein Ingenieur des Königs ermordet wird, verliert sich Euler in diesem preußischen Amazonien, das dem Untergang geweiht ist, sich aber mit allen Mitteln wehrt.
Friedrich II. will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen, um dort Flüchtlinge anzusiedeln. Wo noch Fische, Schildkröten und Wasservögel in überwältigender Artenvielfalt leben, sollen Kühe grasen und die Kartoffel wachsen. Es ist die Zeit vor der gewaltigen Johanniflut, die das Bruch wie seit Urzeiten überschwemmen wird. Unter den Fischern herrscht Unruhe, sie fürchten den Untergang ihrer Welt. Als der Ingenieur Mahistre tot am Oderstrand angetrieben wird, übernimmt Leonhard Euler die Ermittlungen und gerät plötzlich selbst ins Visier. Nur die Begegnung mit Oda, der Tochter des Anführers der Wenden, kann sein Leben noch retten.
Ein hervorragend recherchierter, atmosphärisch dichter Roman mit einer erstaunlichen Vielfalt an Figuren und Stimmungen: Vor dem Hintergrund des 18. Jahrhunderts entsteht ein Tableau um Verdrängung, Angst vor dem Fremden und Kolonialisierung, das wie ein Spiegelbild unserer Gegenwart wirkt.
Norman Ohler geboren 1970 in Zweibrücken, mit 22 Jahren besuchte er die renommierte Hamburger Journalistenschule, es folgten Arbeiten für die Zeitschriften »Spiegel«, »Stern« und »Geo«. Ohler veröffentlichte mehrere Romane »Die Quotenmaschine«, »Mitte« und »Stadt des Goldes«.2015 erschien nach fünfjähriger Recherche Ohlers erstes Sachbuch »Der totale Rausch« über die bisher kaum aufgearbeitete Rolle von Drogen im Dritten Reich erschienen. Sein Sachbuch "Der totale Rausch". Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Eine Veranstaltung des Lernzentrums Cottbus, des Brandenburgischen Literaturbüros und der Lausitzer Rundschau

Mittwoch
05.
Juni 2019
20.00 Uhr

Jörg Hartmann
(c) Maximilian Bühn

Der Schauspieler Jörg Hartmann liest „Der Trinker“ von Hans Fallada.

Lesung. Einführung: Peter Walther

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

RESERVIEREN

In gut zwei Wochen, bis zum 21. September 1944, schrieb Fallada seinen persönlichsten Roman nieder. Zu der Zeit lebte er auf richterlichen Beschluss für dreieinhalb Monate in der Strelitzer Landesanstalt. Vorangegangen war ein Streit mit seiner geschiedenen Frau, bei dem Fallada einen ungezielten Schuss aus seiner Pistole abgab. „Solange ich schreibe, vergesse ich die Gitter vor dem Fenster“, teilte er seiner Mutter in einem Brief mit. Umgeben von Kriminellen, Wärtern und Pflegern, selten ungestört, schrieb Fallada nicht nur den Roman, sondern noch fünf Erzählungen und seine Sicht auf die Nazizeit nieder. Um das Manuskript zu schützen, tarnte er es durch Unleserlichkeit: fertige, eng beschriebene Manuskriptblätter stellte er auf den Kopf und schrieb in den Zwischenräumen zurück. Mitunter wiederholte er den Vorgang, so dass die Seiten wie mit einer Geheimschrift bedeckt erschienen. In monatelanger Entzifferungsarbeit wurde der Roman nach Falladas Tod im Aufbau-Verlag rekonstruiert: „Ein zeitloses Dokument über die Abgründe einer Sucht.“ (Nürnberger Nachrichten)
Jörg Hartmann, geboren 1969 in Hagen/Westfalen. Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Erste Engagements 1994–96 am Staatstheater Meiningen sowie 1996–99 am Nationaltheater Mannheim. Von 1999–2009 sowie erneut seit 2016 festes Ensemblemitglied an der Schaubühne am Lehniner Platz. Seit Ende der 90er Jahre vermehrt Rollen in TV- und Kino-Produktionen, u.a. als Stasi-Offizier Falk Kupfer in der Serie „Weissensee“, „Bella Block“, „Der blinde Fleck“, „Homeland“, „Wilde Maus“ und in diversen „Tatort“-Folgen, bevor er 2012 als Dortmunder Tatort-Kommissar Peter Faber zu ermitteln begann. Er erhielt u.a. den Deutschen Fernsehpreis 2011 als bester deutscher Schauspieler, die Goldene Kamera, sowie den Grimme-Preis im Jahr 2016.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist.

Montag
17.
Juni 2019
20.00 Uhr

Sven Stricker
(c) Hanna Lippmann

Sven Stricker „Sörensen fängt Feuer“

Lesung und Gespräch.
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

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Humor, Spannung und psychologischer Scharfsinn – auch Sörensens zweiter Fall ist Krimikost vom Allerfeinsten.
Es ist kurz vor Weihnachten. Und ausgerechnet jetzt passiert etwas Schlimmes im sonst so öden Katenbüll. Dem jungen Ole Kellinghusen läuft mitten in der Nacht eine junge Frau vors Auto: blind, abgemagert, trotz der eisigen Kälte im viel zu dünnen Nachthemd. Jette sagt nicht, wo sie herkommt, sie nennt keinen Nachnamen. Als Kriminalkommissar Sörensen endlich die Adresse herausfindet, ist der Vater der jungen Frau bereits tot: Er liegt im Wohnzimmer, im Rücken siebzehn Messerstiche. Sörensen muss sich nicht nur mit religiösem Fanatismus befassen, sondern auch mit seinen eigenen Dämonen, denn er hat kürzlich die Medikamente gegen seine Angststörung abgesetzt ...
Sven Stricker wurde 1970 geboren und wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte. Seit 2001 arbeitet er als freier Wortregisseur, Bearbeiter und Autor und gewann in dieser Funktion mehrmals den Deutschen Hörbuchpreis, unter anderem 2009 für seine Hörspielbearbeitung und Regie des Romans „Herr Lehmann“ von Sven Regener. Er lebt in Potsdam und hat eine Tochter. Für seinen ersten Krimi „Sörensen hat Angst“ wurde Sven Stricker für den Glauser-Preis 2017 nominiert.

Donnerstag
08.
August 2019
20.00 Uhr

Lothar Müller
(c) Regina Schmeken

Lothar Müller
„Freuds Dinge: Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter“

Lesung und Gespräch
Moderation Judith Schalansky

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Das Unbewusste von Freuds Patienten war bevölkert mit den Requisiten des bürgerlichen Alltags und Interieurs. In ihren Träumen und Fehlhandlungen regiert die »Tücke des Objekts«, die damals sprichwörtlich wurde. So sind Freuds Schriften nicht nur eine Aufdeckung des Verdrängten oder Verdichteten, der Lektüre im Unbewussten, sondern zugleich ein Kompendium der Dingwelt des 19. Jahrhunderts, vom Regenschirm bis zu den Schreibgeräten. Das Unheimliche und das Harmlose begegnen sich an dieser Schnittstelle.

Wer sich in die Fallgeschichten Sigmund Freuds vertieft, der versteht: Das nebenher Gesagte, das belanglose Detail ist das Entscheidende. Da taucht zum Beispiel die »Apollokerze« auf, das Erfolgsprodukt der Wiener »Apollogesellschaft«, die in dem im Jahr 1839 bankrottgegangenen Etablissement »Apollosäle« ihren Firmensitz hatte: industriell gefertigte Stearin-Kerzen, die reißenden Absatz fanden, weil ihr Docht nicht nachgeschnitten werden musste. Und: Sie bevölkern das Unbewusste unbescholtener Fräuleins, kommen auf Freuds Couch zur Sprache.

Die Psychoanalyse ist eine archäologische Unternehmung, sie gräbt im Unbewussten, im Verborgenen nach Scherben und Fragmenten. Aber sie gräbt nicht Rom aus, sondern die Gegenwart. Die Apollokerzen gingen aus der Einwanderung der antiken Götter und Heroen in den bürgerlichen Alltag hervor. Kein Telegrafenamt ohne Atlas mit der Weltkugel, keine Glühbirnen ohne Lichtgötter, kein Transportunternehmen ohne Merkur, kein Kaminsims ohne Venus von Medici. Die frühe Psychoanalyse folgt dem Gesetz, nach dem die Kerzenfabrikanten, die Vergnügungsbranche oder die Industrie ihre Waren benennen. Und wie die Apollokerzen in der Dingwelt kursierte der »Ödipuskomplex« bald in der Alltagssprache.

Lothar Müller (geb. 1954) ist Literaturkritiker, Literaturwissenschaftler, Journalist und Autor. Er ist Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung mit Sitz in Berlin, Preisträger des Alfred-Kerr-Preises (2000), des Johann-Heinrich-Merck-Preises (2008) und des Berliner Preises für Literaturkritik (2013) sowie Autor zahlreicher Bücher (zuletzt: Weiße Magie. Die Epoche des Papiers, 2012, Hanser). Seit 2010 ist er Honorarprofessor an der HU Berlin.


Judith Schalansky, 1980 in Greifswald geboren, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Bestseller »Atlas der abgelegenen Inseln« sowie der Roman »Der Hals der Giraffe«, ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet. Sie ist Herausgeberin der »Naturkunden« und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.

Mittwoch
21.
August 2019
18.00 Uhr

Paula Fürstenberg
(c) Dirk Skiba

Ein Schulhausroman. Mit Paula Fürstenberg und Andreas Sauter sowie Schülern aus Potsdam und Nauen

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: Eintritt frei

RESERVIEREN

Der Schulhausroman kommt nach Brandenburg: Das Schweizer Bildungsprojekt bringt erstmals Oberschüler aus Potsdam und Nauen mit „echten“ Schriftstellern zusammen, um gemeinsam einen Roman zu schreiben. Die Potsdamer Autorin Paula Fürstenberg und der Schweizer Theaterautor Andreas Sauter arbeiteten mit den Achtklässlern acht Wochen lang intensiv an den Geschichten. Was entstanden ist, liegt als gedrucktes Buch vor und wird an diesem Abend von den Schülern präsentiert.

Andreas Sauter


Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüro. Das Projekt wurde unterstützt durch das Kunsthaus Strodehne e.V., die Landeshauptstadt Potsdam, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

Sonntag
22.
September 2019
11.00 Uhr

Klaus-Ruediger Mai
(c) Christoph Busse

Matinee in der Villa Quandt
Klaus-Rüdiger Mai
"Leonardos Geheimnis. Die Biographie eines Universalgenies"

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Leonardo da Vinci gilt als das Urbild des Universalgenies der Renaissance, als der große Magier, der erste Naturwissenschaftler, der geniale Künstler. Er war eine Ausnahmeerscheinung in einer Zeit voller Ausnahmeerscheinungen. Und Leonardos Leben bleibt wie das Lächeln der Mona Lisa geheimnisvoll. Es entzieht sich, wenn man sich ihm nähern will. Also muss man neue Wege wählen, um ihm nachzuspüren. Der Renaissance-Experte Klaus-Rüdiger Mai folgt dem Universalgenie auf bisher unbekannten Wegen. Er entdeckt einen Menschen, der wie wenige andere für seine Zeit steht und doch seiner Zeit weit voraus war.
Im Florenz der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufgewachsen, beeinflusst Leonardo da Vinci der ungeheure geistige, philosophische, künstlerische und technische Aufschwung, den die Stadt erlebt. Obwohl mit den Mitgliedern der Platonischen Akademie verbandelt, schlägt Leonardo einen anderen, neuen Weg des Denkens und Forschens ein. Er will der Natur ihre Geheimnisse entlocken. Er überwindet den Neuplatonismus der Renaissance und wird, wenn man so will, zum ersten modernen Naturforscher Europas.

Klaus-Rüdiger Mai, Dr. phil., Jahrgang 1963, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er verfasst historische Romane, Sachbücher und Biographien. Nach Martin Luther, Albrecht Dürer, Johannes Gutenberg und der Musikerdynastie der Bachs wendet sich der inzwischen weithin bekannte Kenner der europäischen Geschichte nun Leonardo da Vinci zu.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.

Samstag
26.
Oktober 2019
19.30 Uhr

Jörg Hartmann
(c) Maximilian Bühn

Textlandschaften Zossen/Wünsdorf
Der Schauspieler Jörg Hartmann liest „Der Trinker“ von Hans Fallada.

Lesung. Einführung: Peter Walther

Wünsdorf | Bürgerhaus Wünsdorf | Am Bürgerhaus 1

Karten unter:
033702-60815
oder: 03377-3040477

Eintritt: 12 / 10 €

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In gut zwei Wochen, bis zum 21. September 1944, schrieb Fallada seinen persönlichsten Roman nieder. Zu der Zeit lebte er auf richterlichen Beschluss für dreieinhalb Monate in der Strelitzer Landesanstalt. Vorangegangen war ein Streit mit seiner geschiedenen Frau, bei dem Fallada einen ungezielten Schuss aus seiner Pistole abgab. „Solange ich schreibe, vergesse ich die Gitter vor dem Fenster“, teilte er seiner Mutter in einem Brief mit. Umgeben von Kriminellen, Wärtern und Pflegern, selten ungestört, schrieb Fallada nicht nur den Roman, sondern noch fünf Erzählungen und seine Sicht auf die Nazizeit nieder. Um das Manuskript zu schützen, tarnte er es durch Unleserlichkeit: fertige, eng beschriebene Manuskriptblätter stellte er auf den Kopf und schrieb in den Zwischenräumen zurück. Mitunter wiederholte er den Vorgang, so dass die Seiten wie mit einer Geheimschrift bedeckt erschienen. In monatelanger Entzifferungsarbeit wurde der Roman nach Falladas Tod im Aufbau-Verlag rekonstruiert: „Ein zeitloses Dokument über die Abgründe einer Sucht.“ (Nürnberger Nachrichten)
Jörg Hartmann, geboren 1969 in Hagen/Westfalen. Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Erste Engagements 1994–96 am Staatstheater Meiningen sowie 1996–99 am Nationaltheater Mannheim. Von 1999–2009 sowie erneut seit 2016 festes Ensemblemitglied an der Schaubühne am Lehniner Platz. Seit Ende der 90er Jahre vermehrt Rollen in TV- und Kino-Produktionen, u.a. als Stasi-Offizier Falk Kupfer in der Serie „Weissensee“, „Bella Block“, „Der blinde Fleck“, „Homeland“, „Wilde Maus“ und in diversen „Tatort“-Folgen, bevor er 2012 als Dortmunder Tatort-Kommissar Peter Faber zu ermitteln begann. Er erhielt u.a. den Deutschen Fernsehpreis 2011 als bester deutscher Schauspieler, die Goldene Kamera, sowie den Grimme-Preis im Jahr 2016.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist.