Veranstaltungen im Februar 2020

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Sonntag
02.
Februar 2020
11.00 Uhr

Michael Lüders
(c) Christoph Mukherjee

 

Matinee in der Villa Quandt
Einmischen! In den Nahen Osten

Eine Diskussion über Untergangs- und Hoffnungszenarien der arabischen Welt
Mit Daniel Gerlach und Michael Lüders
Moderation: Aline Abboud

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstr. 46/47

Veranstaltung entfällt

Karten unter:
0331-2804103

Eintritt: 8 / 6 €

Kriege und Konflikte beherrschen unser Bild des Nahen und Mittleren Ostens. Und die Lage scheint nur immer schlimmer zu werden, auch weil die Region ein Zentrum geopolitischer Machtkämpfe ist. Abgesänge auf die Region bestimmen die Debatte. Daniel Gerlach, Chefredakteur der Zeitschrift »zenith«, ist dagegen überzeugt: Die arabische Welt ist noch lange nicht verloren. Im Gegenteil, sie steht vor einer historischen Chance. In seinem neuen Buch "Der Nahe Osten geht nicht unter. Die arabische Welt vor ihrer historischen Chance"(Edition Körber) zeichnet Gerlach ein Panorama der Region, vor allem Syriens, des Irak und von Teilen der Golfregion und Nordafrikas. Er öffnet unseren Blick für eine Neubewertung der konfessionellen und ideologischen Spannungen und erzählt von Entwicklungen, die bereits beginnen, die Machtverteilung in diesen Ländern zu verschieben. Denn jenseits von Staaten, Regierungen und Autokraten agieren überraschend viele gesellschaftliche Gruppen, die mit ihrem erheblichen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Einfluss die Region transformieren können.
Mit Verve und Sachkenntnis macht Daniel Gerlach klar: Die Menschen des Nahen Ostens sind nicht nur Opfer weltgeschichtlicher Kräfte, die sie hin und her werfen. Sie sind auch Herren ihres eigenen Schicksals und haben zu allen Zeiten pragmatische Lösungen gefunden. Nicht nur, um zu überleben. Sondern auch, um ihr Leben lebenswerter zu gestalten. Höchste Zeit also, unsere defätistische Haltung aufzugeben und Vertrauen in die Zukunft der arabischen Welt zu fassen.

Daniel Gerlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Magazins zenith. Als Journalist und Orientalist bereist er die Region regelmäßig. 2014 gründete Gerlach gemeinsam mit anderen Nahost-Experten die Candid Foundation, ein gemeinnütziger Thinktank, der sich schwerpunktmäßig mit dem Nahen Osten, Nordafrika und dem Kaukasus beschäftigt. Darüber hinaus leitet Daniel Gerlach die internationale Forschungs- und Beratungsgruppe zenithCouncil.

Michael Lüders war lange Jahre Nahost-Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung "DIE ZEIT" und kennt alle Länder der Region aus eigener Anschauung. Als Islamexperte ist er häufiger Gast in Hörfunk und Fernsehen. Sein jüngstes Buch "Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt" befaßt sich mit den Folgen eines Angriffs auf den Iran, der kein westlich orientiertes Regime in Teheran zur Folge hätte, sondern Chaos im Orient - mit katastrophalen Folgen auch für uns in Europa.

Einmischen! - Das Debattenformat der Körber-Stiftung und des Brandenburgischen Literaturbüros.

Montag
10.
Februar 2020
20.00 Uhr

Rainald Grebe
(c) Gesa Simons

 

"Die Ehebriefe von Theodor und Emilie Fontane"

Gelesen von Rainald Grebe & Tilla Kratochwil

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

Eine außergewöhnliche Künstlerehe bringt außergewöhnliche Briefe hervor. Die Zeilen, die Theodor Fontane und seine Frau Emilie wechselten, gewähren intime Einblicke in die Höhen und Tiefen einer Dichterexistenz und zeichnen das lebendige Bild einer starken Frau, die aus dem Schatten ihres Mannes tritt.
Rainald Grebe und die Schauspielerin Kratochwil haben überraschende, schmerzliche wie schöne Briefe des Ehepaars zusammengestellt, ihre Auswahl umspannt ein halbes Jahrhundert. Lange Phasen der Trennung, bedingt durch dienstliche und schriftstellerische Verpflichtungen, aber auch durch die schwierige wirtschaftliche Lage der Familie, werden durch Briefe überbrückt. Wie das Gespräch in Zeiten der Nähe, so gehört der ununterbrochene, zuweilen überbordende briefliche Austausch zum Wesen dieser Künstlerehe. Ein wunderbarer Lesestoff und eine anschauliche Kultur- und Sozialgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Rainald Grebe,1971 in Köln geboren, studierte 1993–1997 Puppenspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Er arbeitet als Autor, Kabarettist, Liedermacher und Dramaturg. Grebe wurde u. a. mit dem Prix Pantheon 2003, dem Deutschen Kleinkunstpreis 2006 und 2011 und dem Deutschen Kabarettpreis 2012 ausgezeichnet.

Tilla Kratochwil, 1974 in Zittau geboren, studierte 1995–1999 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 2002 ist sie freischaffend tätig u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Frankfurt u.a.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und des Theodor-Fontane-Archivs.

Freitag
14.
Februar 2020
19.30 Uhr

Jörg Hartmann
(c) Silvia Medina

 

Der Schauspieler Jörg Hartmann liest „Der Trinker“ von Hans Fallada.

Lesung. Einführung: Peter Walther

Neuenhagen | Anna-Ditzen-Bibliothek Neuenhagen | Hauptstraße 2

Karten unter:
03342 / 80435

Eintritt: 12 / 10 €

In gut zwei Wochen, bis zum 21. September 1944, schrieb Fallada seinen persönlichsten Roman nieder. Zu der Zeit lebte er auf richterlichen Beschluss für dreieinhalb Monate in der Strelitzer Landesanstalt. Vorangegangen war ein Streit mit seiner geschiedenen Frau, bei dem Fallada einen ungezielten Schuss aus seiner Pistole abgab. „Solange ich schreibe, vergesse ich die Gitter vor dem Fenster“, teilte er seiner Mutter in einem Brief mit. Umgeben von Kriminellen, Wärtern und Pflegern, selten ungestört, schrieb Fallada nicht nur den Roman, sondern noch fünf Erzählungen und seine Sicht auf die Nazizeit nieder. Um das Manuskript zu schützen, tarnte er es durch Unleserlichkeit: fertige, eng beschriebene Manuskriptblätter stellte er auf den Kopf und schrieb in den Zwischenräumen zurück. Mitunter wiederholte er den Vorgang, so dass die Seiten wie mit einer Geheimschrift bedeckt erschienen. In monatelanger Entzifferungsarbeit wurde der Roman nach Falladas Tod im Aufbau-Verlag rekonstruiert: „Ein zeitloses Dokument über die Abgründe einer Sucht.“ (Nürnberger Nachrichten)
Jörg Hartmann, geboren 1969 in Hagen/Westfalen. Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Erste Engagements 1994–96 am Staatstheater Meiningen sowie 1996–99 am Nationaltheater Mannheim. Von 1999–2009 sowie erneut seit 2016 festes Ensemblemitglied an der Schaubühne am Lehniner Platz. Seit Ende der 90er Jahre vermehrt Rollen in TV- und Kino-Produktionen, u.a. als Stasi-Offizier Falk Kupfer in der Serie „Weissensee“, „Bella Block“, „Der blinde Fleck“, „Homeland“, „Wilde Maus“ und in diversen „Tatort“-Folgen, bevor er 2012 als Dortmunder Tatort-Kommissar Peter Faber zu ermitteln begann. Er erhielt u.a. den Deutschen Fernsehpreis 2011 als bester deutscher Schauspieler, die Goldene Kamera, sowie den Grimme-Preis im Jahr 2016.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Anna-Ditzen-Bibliothek Neuenhagen und des Brandenburgischen Literaturbüros.

Donnerstag
20.
Februar 2020
20.00 Uhr

Poppe Grit
(c) privat

 

Buchpremiere
Grit Poppe "Angstfresser"

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 8 / 6 €

Angstfresser, der (lat. Hirudo Timor), blutegelähnlicher Parasit, der in der traditionellen chinesischen Medizin als Therapie gegen Angst- und Panikzustände sowie Traumata eingesetzt wird. Auf anfängliche Nebenwirkungen wie Albträume, Halluzinationen, Wiedererleben früherer Gefühlszustände folgen rapide, kontinuierliche Therapieerfolge. Scheinbar.
Kyra, eine labile junge Frau, die an den Gespenstern ihrer Vergangenheit zu zerbrechen droht, sieht die Therapie mithilfe eines Hirudo Timors als ihre letzte Chance, sich von ihren Ängsten zu befreien. Doch was ist Schreckliches passiert, dass jedwede Erinnerung an ihre Kindheit aus ihrem Gedächtnis wie ausgelöscht erscheint? Nach und nach kann sie sich von ihren posttraumatischen Belastungsstörungen befreien. Doch plötzlich kehren die Erinnerungen zurück und die Vergangenheit holt sie wieder ein ... Wortgewaltig, aber auch sensibel reißt Grit Poppe die Leser in einen Strudel aus Angst, Schuld und Surrealität.
Grit Poppe, geb. 1964 in Boltenhagen, hat am Literaturinstitut in Leipzig studiert und schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie erhielt verschiedene Stipendien und Preise. Für den Jugendroman „Weggesperrt“ wurde sie u. a. mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis ausgezeichnet. Zuletzt war sie Stadtschreiberin in Rheinsberg (2018). Die Autorin lebt in Potsdam.

Donnerstag
27.
Februar 2020
19.00 Uhr

Steffen Schroeder
(c) Anne Heinlein

 

Buchpremiere
Steffen Schroeder "Mein Sommer mit Anja"

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Heinrich von Kleist Schule | Friedrich-Ebert-Straße 17

Karten unter:
0331-2896730

Eintritt: 8 / 6 €

Ein heißer Sommer in den Achtzigern. Für Konrad sind alle Sorgen noch fern, vor allem in den großen Ferien. Die verbringt er im Freibad Floriansmühle, immer mit seinem geistig leicht behinderten Freund Holger. Dann liegt eines Tages ein toter Specht unter ihrem Kletterbaum, und daneben steht ein trotziges Mädchen. Anja hat kurze Haare und ist anders als alle Mädchen, die Konrad kennt. Sie ist abgehauen, schläft draußen, in einem Versteck im Park. Eine geheime Freundschaft beginnt. Konrad bringt Anja Essen, hilft ihr, sie treffen sich im Freibad und zu Ausflügen. Als sie ein Zeltlager von Stadtstreichern aufstören und gerade noch davonkommen, begreift Konrad erst, wie eigensinnig und gefährlich Anja wirklich lebt – da ist er längst in sie verliebt. Warum ist Anja von ihrer Familie weg, und was soll daraus werden? Stückweise gibt sie ihre Geschichte preis, doch niemand darf von ihr erfahren, Konrad muss immer mehr lügen, kümmert sich kaum mehr um Holger, bei dem indessen zarte Eifersucht erwacht. Und Konrad muss sich fragen, wohin er selbst eigentlich gehört. Steffen Schroeder erzählt von einem Jungen aus gutbürgerlichen Verhältnissen, einer Freundschaft zu dritt und einem Geheimnis – der Liebe zu einem wilden Mädchen, das mit allen Regeln bricht.

Steffen Schroeder wurde 1974 in München geboren. Nach seiner Schauspielausbildung war er zunächst Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, dann beim Berliner Ensemble. Er wirkte in Fernsehserien wie «Der Kriminalist», «Bella Block» und «Tatort» sowie in Kinofilmen wie «Der Rote Baron» oder «Keinohrhasen» mit. In der erfolgreichen ZDF-Serie «SOKO Leipzig» spielt er seit 2012 den Polizeioberkommissar Tom Kowalski. Steffen Schroeder lebt mit seiner Familie in Potsdam.

In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Politisches Bildungsforum Brandenburg.