Veranstaltungen im November 2024

Eintrittsermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Arbeitssuchende sowie Schwerbehinderte und Inhaber eines FreiwilligenPasses des Landes Brandenburg

Dienstag
05.
November 2024
19.00 Uhr
Gunda Trepp<br>(c) Karin Salathé

Gunda Trepp
(c) Karin Salathé

   

Gunda Trepp „Wer ist Jude. Eine Annäherung“

Moderation: Ingo Kahle

Lübbenau | Schloß Lübbenau | Schloßbezirk 6

Eintritt: 12 €

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„Wer ist Jude?“ Eine Antwort darauf kann immer nur der Versuch einer Annäherung sein. Dennoch ist es angesichts zunehmender Fremdbestimmung durch die Mehrheitsgesellschaft für Juden und Jüdinnen lebensnotwendig, selbstbestimmt zu definieren, was und wer sie sein wollen, schreibt die Autorin Gunda Trepp. Angelehnt an Tora und Talmud, sowie an Positionsbestimmungen jüdischer Philosophen, setzt sie sich mit aktuellen und für die Frage der Identität essentiellen Themen wie Konversion, Vaterjuden und Zionismus auseinander. Leidenschaftlich plädiert sie dabei für eine Neuorientierung an den revolutionären Ideen des Religionsgesetzes. Die Halacha mit ihrer monotheistischen Sozialethik hat die Juden über Jahrtausende geleitet und in die vorderste Front der Kämpfer für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit gestellt. Kann es ein radikal jüdisches Denken und Tun geben, wenn dieser Bezug dauerhaft wegbricht? Nach dem 7. Oktober 2023 stellt sich die Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen der jüdischen Partikularität und dem Universalismus mit neuer Dringlichkeit. Geschichte und Identität des jüdischen Volkes werden in der postkolonialen Diskussion umgeschrieben. Wie gehen Jüdinnen damit um? Ihre eigenen Erkenntnisse immer wieder hinterfragend, reflektiert die Autorin in Essays über die Macht der Definition.

Gunda Trepp studierte Rechtswissenschaften und besuchte anschließend die Henri-Nannen-Journalistenschule unter Wolf Schneider. Nach ihrer Tätigkeit als Wirtschaftsanwältin und Dozentin für Rechtskunde begann sie, als freie Journalistin für verschiedene Medien wie den Spiegel, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den NDR zu arbeiten. Bis 2004 war sie Wirtschaftsredakteurin der Berliner Zeitung. Ab dem Jahr 2000 lebte sie mit dem Religionsphilosophen und Rabbiner Leo Trepp zusammen und konvertierte 2001 zum Judentum. 2019 gründete sie die Leo Trepp Stiftung, deren Ziel es ist, das Wissen über jüdisches Leben und Denken in der Bevölkerung zu vertiefen. Trepp lebt als Autorin in San Francisco und Berlin.

Ingo Kahle, Journalist, früher rbb-Inforadio: „Zwölfzweiundzwanzig“-Podcasts, Ehrenamt im Hospiz.

Eine Veranstaltung des Schlosses Lübbenau und des Brandenburgischen Literaturbüros.

Donnerstag
07.
November 2024
20.00 Uhr
Grit Poppe, Niklas Poppe<br>(c) Marie Poppe

Grit Poppe, Niklas Poppe
(c) Marie Poppe

   

Buchpremiere
„Verschleppt, verbannt, verschwunden – Deutsche Kriegsjugend in Stalins Lagern und Gefängnissen“

Moderation: Hendrik Röder

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Grit und Niklas Poppe erzählen die Schicksale Jugendlicher und junger Erwachsener nach, die nach dem Erleben der NS-Zeit, nach Kriegs- und Nachkriegserlebnissen in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes gerieten, verhaftet und verschleppt und nicht wenige auch getötet wurden – oft ohne, dass ihre Angehörigen damals etwas von ihrem Schicksal erfuhren.
Bereits 1945 erfolgten die ersten Verhaftungen von Schülern in der SBZ durch den sowjetischen Geheimdienst. So wurden beispielsweise vier 15- bis 16-jährige Schüler der „Zweiten Städtischen Oberschule für Jungen“ in Potsdam (heute Einstein-Gymnasium) verhaftet, unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert, verhört und misshandelt. Auslöser der Verhaftungen war, dass die Schüler sich weigerten am Russischunterricht teilzunehmen. Beschuldigt wurden sie, eine „Werwolf“-Gruppe gegründet und „antisowjetische Propaganda“ betrieben zu haben. Alle vier wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der Jüngste, Hermann Schlüter, wurde schließlich zu 20 Jahren Arbeitslager „begnadigt“. Die anderen drei Schüler wurden am 18. 4. 1946 erschossen.
Im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes stehen die Leidensgeschichten und Hafterlebnisse Betroffener aus der gesamten SBZ und DDR, die jung und unschuldig, oft für Jahre – ausgehend vom KGB-Gefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße – in einem der Speziallager der Sowjets und im Gulag verbringen mussten. Ihre Schicksale zeigen, wie schwer und nachhaltig Menschenwürde und Menschenrechte verletzt wurden.

Niklas Poppe, geboren 1991 in Potsdam, studierte an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) Deutsche Sprache und Literatur sowie Geschichtswissenschaft und arbeitet in der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) als Gedenkstättenpädagoge. Er lebt in Halle.

Grit Poppe, geboren 1964 in Boltenhagen, studierte am Literaturinstitut Leipzig, lebt in Potsdam, schreibt Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Jugendromane „Weggesperrt“ und „Verraten“ wurden mehrfach ausgezeichnet.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg).

Montag
11.
November 2024
20.00 Uhr
John von Düffel<br>(c) Katja von Düffel

John von Düffel
(c) Katja von Düffel

   

Buchpremiere
John von Düffel
„Ich möchte lieber nichts. Eine Geschichte vom Konsumverzicht“

Lesung & Gespräch
Moderation: Hendrik Röder
Mit Empfang

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Karten unter:
0331 / 2804103

Eintritt: 12 / 10 €

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Ist das Ende des Kapitalismus schwerer vorstellbar als das Ende der Welt?
»Der erste Asket der Zukunft, der mir je begegnet ist, war eine Frau«, schreibt John von Düffel in seinem viel gelesenen Stundenbuch ›Das Wenige und das Wesentliche‹. Diese Frau, die Schottin Fiona, damals eine Philosophiestudentin, sucht er nun nach Jahrzehnten wieder auf. Im Gepäck hat er viele Fragen, die er mit ihr auf langen Stadtwanderungen in intensiven Gesprächen weiterdenkt: Wie leben wir richtig? Was ist das Wesentliche in einer Welt des Überflusses? Wie viel Konsumverzicht ist möglich? Und: Was hat das mit Freiheit zu tun? Zwei Tage verbringen sie zusammen in Edinburgh. Und es entwickelt sich daraus ein Gedankenaustausch über die zentralen Fragen unserer Zeit. Es folgt ein Briefwechsel, der nicht nur nach Antworten sucht, sondern auch Rätsel aufgibt. Wer genau ist Fiona eigentlich und wie ist ihr Leben seit dem Studium verlaufen?
Eine Geschichte über die Angst vor Veränderung, den Mut zur Abweichung und die Frage nach dem Einsamen und dem Gemeinsamen: Solitaire oder Solidaire?

JOHN VON DÜFFEL wurde 1966 in Göttingen geboren, er arbeitete als Dramaturg u. a. am Thalia Theater Hamburg sowie am Deutschen Theater Berlin und ist Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seit 1998 veröffentlicht er Romane, Erzählungsbände sowie essayistische Texte bei DuMont, u. a. ›Vom Wasser‹ (1998), ›Houwelandt‹ (2004), ›Wassererzählungen‹ (2014), ›Klassenbuch‹ (2017), ›Der brennende See‹ (2020), ›Wasser und andere Welten‹ (Neuausgabe 2021), ›Die Wütenden und die Schuldigen‹ (2021) und zuletzt ›Das Wenige und das Wesentliche‹ (2022). Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis.

Mit freundlicher Unterstützung durch den DuMont Literaturverlag

Donnerstag
14.
November 2024
19.30 Uhr
Juli Zeh<br>(c) Peter von Felbert

Juli Zeh
(c) Peter von Felbert

Dirk Oschmann <br>(c) Jakob Weber

Dirk Oschmann
(c) Jakob Weber

 

„Der Osten: Eine westdeutsche Erfindung?“
Ein Gespräch zwischen Juli Zeh & Dirk Oschmann.

Im Januar 2024 ist Dirk Oschmann bei einer Veranstaltung in der Festhalle Ilmenau von der Bühne gestürzt. Die zahlreichen Verletzungen wirken bis heute nach, so dass er die Veranstaltung am 7. Juli 2024 im Nikolaisaal Potsdam absagen muss. Als Ersatztermin steht nun der 14. November 2024, 19.30 Uhr, fest. Bisher erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden.

Moderation: Knut Elstermann

Potsdam | Nikolaisaal | Wilhelm-Staab-Str. 10/11

Ausverkauft!

Karten unter:
0331 / 28 888 28
oder: www.nikolaisaal.de

Eintritt: 20 / 18 €

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Wie redet der Westen über den Osten? Und was bedeutet es, eine ostdeutsche Identität auferlegt zu bekommen, die zudem für die wachsende gesellschaftliche Spannung verantwortlich gemacht wird? Nach wie vor gilt der Westen als Norm und der Osten als Abweichung, so der Befund von Dirk Oschmann. Ob Populismus, mangelndes Demokratieverständnis oder Verschwörungsmythen: die Mängelliste für den Osten ist lang. Der Westen, so die Schriftstellerin Juli Zeh, habe die Wiedervereinigung 1990 vor allem als Problem gesehen.

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman Adler und Engel (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

Dirk Oschmann, geboren 1967 in Gotha, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig.

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros in Kooperation mit LIT:potsdam.

Freitag
15.
November 2024
18.00 Uhr

   

Lausitzer LesArt

Brandenburg liest!

Lübbenau | Schloß Lübbenau | Festsaal, Schloßbezirk 6

Eintritt: 15 €

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Sechs auf einen Streich! Wann hat man schon die Möglichkeit, sechs Autoren und Autorinnen an einem Abend zu erleben? Die Veranstaltung auf Schloss Lübbenau vereint zum wiederholten Mal ganz unterschiedliche Genres: vom Krimi, Sachbuch, Roman bis zur Lyrik reicht das Spektrum. Freuen Sie sich auf Einblicke in das großartige und vielfältige Schaffen brandenburgischer Autoren.
• Elisabeth Hermann „Der Teegarten“
• Yvonne Zitzmann „Tage des Vergessens“
• Georg-Büchner-Preisträger Lutz Seiler liest Peter Huchel (1903-1981) „Havelnacht“
• Julia Schoch „Das Liebespaar des Jahrhunderts“
• Manfred Görtemaker „Rudolf Hess. Der Stellvertreter. Eine Biographie"
• Sven Stricker „Sörensen macht Urlaub“

Mit freundlicher Unterstützung durch die LAND BRANDENBURG LOTTO GmbH und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, präsentiert von der Lausitzer Rundschau.

Montag
18.
November 2024
19.30 Uhr
Jürgen Israel<br>(c) P. Walther

Jürgen Israel
(c) P. Walther

   

Jürgen Israel - Die Nacht des Dichters-
Begegnungen mit Peter Huchel, Anna Seghers, Johannes Bobrowski, Marie Luise Kaschnitz, Albrecht Goes und Ilse Langner.

Moderation: Peter Walther

Wilhelmshorst | Peter-Huchel-Haus | Hubertusweg 41

VERSCHOBEN aufgrund von Krankheit (30.01.2025)!

Eintritt: 7 / 5 €

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Die literarischen Begegnungen, von denen Jürgen Israel uns an diesem Abend erzählt, sind so spannend wie kostbar – und für ihn selbst lebensentscheidend gewesen. Schon als junger Mann hat er den Dichter Peter Huchel in seinem Haus in Wilhelmshorst besucht (dem heutigen Peter-Huchel-Haus). Und bereits als 13jähriger hatte Jürgen Israel an Heinrich Alexander Stoll geschrieben, als Student dann mit Albrecht Goes, Ilse Langner, Marie Luise Kaschnitz und Johannes Bobrowski korrespondiert – und mit Anna Seghers Weihnachten gefeiert. Entscheidend war auch der Austausch mit Noa Kiepenheuer. Jürgen Israel hat im Laufe seines Lebens über viele dieser Begegnungen geschrieben – am heutigen Abend wird er aus diesen Texten lesen und mit Peter Walther über seine Erinnerungen und seine eigene Arbeit als Schriftseller sprechen.

Als Mitglied des Trägervereins des Peter-Huchel-Hauses ist Jürgen Israel unserem Haus seit seiner Gründung eng und treu verbunden: Wir danken – und gratulieren zum 80. Geburtstag!

Dienstag
19.
November 2024
20.00 Uhr
Ulrich Noethen<br>(c) Irène Zandel

Ulrich Noethen
(c) Irène Zandel

   

Immanuel Kant zum 300. Geburtstag
Ulrich Noethen liest Kant

Lesung und Empfang
Einführung: Dr. Maja Schepelmann (Berlin- Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)

Potsdam | Villa Quandt | Große Weinmeisterstraße 46/47

Ausverkauft!

Eintritt: 15 €

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Vor 300 Jahren wurde Immanuel Kant geboren. Der Weltweise aus Königsberg hat im 18. Jahrhundert Erkenntnistheorie, Moralphilosophie und auch unser Verständnis universeller Menschenrechte revolutioniert. Wie aktuell ist Kant? Kann uns der Verfasser der Schrift "Zum ewigen Frieden" auch bei der Bewältigung von Konflikten wie zum Beispiel der asymmetrischer Kriegsführung oder Verbreitung "alternativer Fakten" helfen? Welchen Einfluß hat sein Manifest der Willensfreiheit: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" auf das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz?

Mit freundlicher Unterstützung durch die Stiftung Königsberg im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Montag
25.
November 2024
19.00 Uhr
Mariken Heitmann<br>(c) Jelmer de Hass

Mariken Heitmann
(c) Jelmer de Hass

Jan Konst<br>(c) Ekko von Schwichow

Jan Konst
(c) Ekko von Schwichow

 

Niederländische Literatur im Land Brandenburg 2024
Mariken Heitman „Wilde Erbsen“ (Aus dem Niederländischen von: Christiane Burkhardt)

Lesung Gespräch
Moderation und Übersetzung: Jan Konst

Cottbus | Stadt- und Regionalbibliothek Cottbus | Berliner Str. 13/14

Karten unter:
0355 / 38060-24
oder: www.bibliothek-cottbus.de

Eintritt: 10 / 8 €

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»Ein Triumph der literarischen Phantasie.« (Jurybegründung Libris Literaturpreis)

Elke ist anders, und das schon immer. Sie trägt nicht die richtige Kleidung, stellt nicht die richtigen Fragen, liebt in den Augen der Gesellschaft nicht die richtigen Menschen. Dadurch fühlt sie sich nirgends richtig zugehörig und stolpert immer wieder in absurde Situationen. Aber als Biologin weiß Elke, dass alles immer zum Licht wächst. Ein Roman, der alle Schichten freilegt, Schichten der Erde, der Zeit und der Vorurteile.
»Wilde Erbsen« erzählt die Geschichte der Saatgutzüchterin Elke, die sich nach einem gescheiterten Versuch, eine neue Kürbissorte zu züchten, auf eine Insel vor der niederländischen Nordseeküste der Niederlande begibt. Sie will dort die Ur-Erbse wieder auswildern. Parallel zu diesem Vorhaben und Elkes eigener Identitätssuche tritt die mythische Figur Ra auf, die neuntausend Jahre zuvor in Südwestasien lebte. Ihr werden besondere Kräfte zugeschrieben, was sie zum Orakel und gleichzeitig zum Sündenbock für die Gemeinschaft macht. Ra scheint, genau wie Elke in der Gegenwart, in keine Schublade zu passen. Und auch die Erbsen beweisen, dass Binarität etwas ist, was in der Natur nicht existiert – bis der Mensch eingreift. Mariken Heitman hat einen klugen, zeitgemäßen und humorvollen Roman über Natürlichkeit, Landwirtschaft und die großen Fragen der menschlichen Existenz geschrieben.

Mariken Heitman (1983) studierte Biologie in Utrecht und arbeitete mehrere Jahre im Bereich der ökologischen Landwirtschaft. Im Januar 2019 erschien ihr viel gelobtes Debüt »The Aquatic Ape«. Es wurde für den Jan-Wolkers-Preis und die Bronzene Eule nominiert und stand auf der Shortlist für den Anton-Wachter-Preis. Ihr Roman »Worm Moon« wurde 2022 mit dem Libris Literature Prize ausgezeichnet.

Jan Konst ist Literaturwissenschaftler und Niederlandist. Seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Niederländische Philologie (Literaturwissenschaft) an der Freien Universität Berlin. Seine Publikationen widmen sich der frühmodernen Literatur, den niederländisch-deutschen Literaturbeziehungen und der Gegenwartsliteratur in den Niederlanden und in Flandern.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und der Stadtbibliothek Cottbus in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg).
Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande

Dienstag
26.
November 2024
16.00 Uhr
Mariken Heitmann<br>(c) Jelmer de Hass.jpg

Mariken Heitmann
(c) Jelmer de Hass.jpg

Jan Konst<br>(c) Ekko von Schwichow

Jan Konst
(c) Ekko von Schwichow

 

Niederländische Literatur im Land Brandenburg 2024
- Lesecafè am Nachmittag -
Mariken Heitman „Wilde Erbsen“ (Aus dem Niederländischen von: Christiane Burkhardt)

Lesung Gespräch
Moderation und Übersetzung: Jan Konst

Luckenwalde | Bibliothek im Bahnhof | Bahnhofsplatz 5

Karten unter:
03371 / 403340

Eintritt: 10 / 8 €

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»Ein Triumph der literarischen Phantasie.« (Jurybegründung Libris Literaturpreis)

Elke ist anders, und das schon immer. Sie trägt nicht die richtige Kleidung, stellt nicht die richtigen Fragen, liebt in den Augen der Gesellschaft nicht die richtigen Menschen. Dadurch fühlt sie sich nirgends richtig zugehörig und stolpert immer wieder in absurde Situationen. Aber als Biologin weiß Elke, dass alles immer zum Licht wächst. Ein Roman, der alle Schichten freilegt, Schichten der Erde, der Zeit und der Vorurteile.
»Wilde Erbsen« erzählt die Geschichte der Saatgutzüchterin Elke, die sich nach einem gescheiterten Versuch, eine neue Kürbissorte zu züchten, auf eine Insel vor der niederländischen Nordseeküste der Niederlande begibt. Sie will dort die Ur-Erbse wieder auswildern. Parallel zu diesem Vorhaben und Elkes eigener Identitätssuche tritt die mythische Figur Ra auf, die neuntausend Jahre zuvor in Südwestasien lebte. Ihr werden besondere Kräfte zugeschrieben, was sie zum Orakel und gleichzeitig zum Sündenbock für die Gemeinschaft macht. Ra scheint, genau wie Elke in der Gegenwart, in keine Schublade zu passen. Und auch die Erbsen beweisen, dass Binarität etwas ist, was in der Natur nicht existiert – bis der Mensch eingreift. Mariken Heitman hat einen klugen, zeitgemäßen und humorvollen Roman über Natürlichkeit, Landwirtschaft und die großen Fragen der menschlichen Existenz geschrieben.

Mariken Heitman (1983) studierte Biologie in Utrecht und arbeitete mehrere Jahre im Bereich der ökologischen Landwirtschaft. Im Januar 2019 erschien ihr viel gelobtes Debüt »The Aquatic Ape«. Es wurde für den Jan-Wolkers-Preis und die Bronzene Eule nominiert und stand auf der Shortlist für den Anton-Wachter-Preis. Ihr Roman »Worm Moon« wurde 2022 mit dem Libris Literature Prize ausgezeichnet.

Jan Konst ist Literaturwissenschaftler und Niederlandist. Seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Niederländische Philologie (Literaturwissenschaft) an der Freien Universität Berlin. Seine Publikationen widmen sich der frühmodernen Literatur, den niederländisch-deutschen Literaturbeziehungen und der Gegenwartsliteratur in den Niederlanden und in Flandern.

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft des Königreichs der Niederlande in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg)

Donnerstag
28.
November 2024
18.00 Uhr
Clemens Meyer<br(c)Gaby Gerster

Clemens Meyer    

Clemens Meyer
„Projektoren“

Lesung und Gespräch
Moderation: Carsten Wist

Potsdam | Kleistschule | Friedrich-Ebert-Straße 17

Karten unter:
0331 / 2896730
oder: 0331 / 2804103

Eintritt: 10 / 8 €

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Der neue Roman von Clemens Meyer: Ein Epos über die Krisen Europas und die Kunst des Erzählens

Von Leipzig bis Belgrad, von der DDR bis zur Volksrepublik Jugoslawien, vom Leinwandspektakel bis zum Abenteuerroman. Schonungslos und rasant erzählt »Die Projektoren« von unserer an der Vergangenheit zerschellenden Gegenwart – und von unvergleichlichen Figuren: Im Velebit-Gebirge erlebt ein ehemaliger Partisan die abenteuerlichen Dreharbeiten der Winnetou-Filme. Jahrzehnte später finden an genau diesen Orten die brutalen Kämpfe der Jugoslawienkriege statt – mittendrin eine Gruppe junger Rechtsradikaler aus Dortmund, die die Sinnlosigkeit ihrer Ideologie erleben muss. Und in Leipzig werden bei einer Konferenz in einer psychiatrischen Klinik die Texte eines ehemaligen Patienten diskutiert: Wie gelang es ihm, spurlos zu verschwinden? Konnte er die Zukunft voraussagen? Und was verbindet ihn mit dem Weltreisenden Dr. May, der einst ebenfalls Patient der Klinik war?

Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman »Als wir träumten«, es folgten »Die Nacht, die Lichter. Stories« (2008), »Gewalten. Ein Tagebuch« (2010), der Roman »Im Stein« (2013), die Frankfurter Poetikvorlesungen »Der Untergang der Äkschn GmbH« (2016) und die Erzählungen »Die stillen Trabanten« (2017). Für sein Werk erhielt Clemens Meyer zahlreiche Preise, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. »Im Stein« stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (Politisches Bildungsforum Brandenburg) und der Kleist-Schule Potsdam